Am 01.06. haben wir von "T10 International" beim Fußballturnier "WM 2019 - Lüfti & Friends" teilgenommen und einen ganz starken 4. Platz errungen!!!  

2 Tage zuvor kam von Timo die Nachricht, dass am Samstag, den 01. Juni, ein Fußballturnier bei Eintracht Lokstedt stattfinden sollte und wer denn dabei sein wollen würde. „Ich bin dabei“ lautete von vielen direkt die Antwort, sodass man mit einem gut aufgestellten Team am Samstagvormittag in Lokstedt ankam. Ein Spaß-Turnier auf kleinem Feld, 7 gegen 7, sollte es sein und auch das Wetter versprach einen wunderbaren Tag.

Bei der Ankunft wurde ich als einzige Dame des Teams (und des Turniers) direkt gefragt: „Sie spielen auch mit?“. Nach kurzer Bestätigung kam auch prompt der Kommentar von Teamkollege Mahmoud: „Ohne sie spielen wir nicht!“ – der Teamzusammenhalt war schon mal bewiesen und mit einem Lächeln auf den Lippen ging es in die Kabinen zum Umziehen.

Als Team „Argentinien“ gingen die 10 Spieler und Spielerin unter Spielertrainer Lucas an den Start und schlugen sich wacker in den Spielen gegen das natürlich orange gekleidete Team „Niederlande“, sowie gegen die Teams "Brasilien", "Italien", "Frankreich" und "Deutschland". Nach zwei zunächst knapp verlorenen Spielen gegen "Brasilien" und "Frankreich" war die Stimmung etwas am Wackeln, doch ein glorreicher 3:0-Sieg gegen "Italien" machte wieder einiges wett. Die Sonne brannte weiterhin über dem Platz, sodass die Wasserpistole des Veranstalters sowohl für gute Laune als auch eine nette Abkühlung sorgte. Ein zufriedenstellendes Unentschieden gegen die "Niederlande" folgte, nur zum Abschluss musste man bei einem 0:6 vor Team „Deutschland“ noch mal den Hut ziehen.

Ein toller 4. Platz wurde erreicht, der mit einem kleinen Pokal und viel Applaus gewürdigt wurde. Am Abschluss bekam jedes Team noch eine Kiste Bier – auf die T10 International Mitspieler wurde bestens Rücksicht genommen, sodass es natürlich auch unalkoholische Getränke als Prämie gab. Besten Dank noch mal an Betreuer Lucas sowie an Eintracht Lokstedt und vor allem Löfti für einen sehr schönen Fußball-Tag.

Linda

 

 

 

 

 

Udn sie spielen und spielen ... auch wenn es hier nicht so oft Fotos gibt - die Jungs denken einfach nicht dran ;-) - findet dieses Angebot regelmäßig statt und wird auch gut besucht, platzt manchmal schon fast etwas aus den Nähten

Heute gibt es auch mal wieder ein Bild ;-)

Heute (5.2.2018) gibt es einen Artikel vom HSB über unser Kooperationsprojekt

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„Wir brauchen Macher“

Anne Otten und Timo Hall haben als Sportkoordinatoren des Hamburger Sportbundes ein erfolgreiches Fußballprojekt bei Teutonia 10 entwickelt

Angenehm unverschnörkelt ist die Sprache, in der „Herzliches Lokstedt e.V“ mit Datum 3. November 2017 unter dem Programmpunkt „Sport“ auf der Website für eines seiner Angebote wirbt: „Fußball bei SC Teutonia 10 mit 12 Flüchtlingen, 3 Migranten und 5 Einheimischen“. Dazu ein Bild – Fußballspieler, Kunstrasen, Flutlicht. Ein Ball fliegt. Beleuchtete Wohnzimmer im Hintergrund. „Herzliches Lokstedt“ unterstützt und begleitet Geflüchtete im Stadtteil und drüber hinaus.

Viele Worte sind auch gar nicht nötig, um das erfolgreiche Kooperations-Projekt von Teutonia 10 und „Herzliches Lokstedt“ zu beschreiben. Anne Otten und Timo Hall haben es aufgelegt. Die beiden Sportkoordinatoren der Bezirke Altona (Otten) und Eimsbüttel (Hall) sind ein gutes Team. Hall ist seit März 2017 dabei, Otten schon zwei Jahre länger. Wenn sie über ihr Projekt mit Geflüchteten und anderen sprechen, fallen sie sich nicht ins Wort, sondern hören zu, ergänzen sich.

Anne Otten, 29 Jahre alt, Masterstudentin der Sportwissenschaften an der Universität Hamburg, sagt: „Das Projekt ist in der Entstehung und dem Verlauf sicher ein Optimalfall. Timo ist der Projektleiter. Er hat alles angeschoben und ist immer dabei. Ich habe mich im Hintergrund um die Vernetzung und den Zulauf gekümmert. Ich bin in verschiedene Unterkünfte gegangen und habe für das Angebot geworben, Flyer verteilt. Es ist wichtig, dort die richtige Person zu finden, die auch weitergibt, dass es etwas Interessantes gibt. Anfangs war die Beteiligung nicht so gut, inzwischen läuft es richtig gut und ist ein Paradebeispiel für langen Atem. Der Frust ist groß bei Vereinen, wenn solche Projekte nicht laufen. Manchmal kann ich gar nicht sagen, warum das eine funktioniert, das andere nicht. Aber alles steht und fällt mit einem, der es durchführt. Der muss sehr motiviert sein, Verständnis aufbringen, geduldig sein, auch mal Undankbarkeit ertragen. Timo ist für mich eine verlässliche Größe, wo ich sportbegeisterte Leute aus den Unterkünften hinschicken kann. Ich muss sagen, er ist in meiner Zeit als Sportkoordinatorin der erste und einzige, der etwas so systematisch aufgezogen hat.“

Es kann Gutes dabei entstehen, wenn über die Bezirksgrenzen hinweg kooperiert wird. „Wir denken nicht in Bezirken und Bezirksgrenzen“, sagt Anne Otten, die in Barmbek wohnt, während Timo Hall in Eimsbüttel zuhause ist.

Etwa 15 junge Männer und erfreulicherweise auch eine Frau zwischen 16 und 32 Jahren spielen seit dem Sommer immer freitags von 18.15 bis 20 Uhr auf dem Kunstrasenplatz des SC Teutonia von 1910. Sie sind Geflüchtete, Migranten, Einheimische. Sie kommen aus Syrien, Eritrea, Iran. Die Platzsprache ist Deutsch. Der Trainer ist Timo Hall.

Wie entstand diese Idee?

Timo Hall, 36 Jahre alt, BWL-Hintergrund, sagt: „Ich hatte Kontakt in die Fußballsparte des Vereins, weil ich in der Altliga gespielt habe. Ich spiele selbst super gerne Fußball. Ich wollte mich ehrenamtlich für Geflüchtete engagieren in einem Projekt, das mir selbst auch Spaß macht. Da lag Fußball nahe. Ich kenne mich aus, der Bedarf ist groß. Bei Teutonia gibt es um Tim Heicks und Cüneyt Yildirim ein junges, neues Vorstandsteam. Sie tragen das Projekt komplett mit. Sie haben den Ansatz, den Verein neu aufzustellen, ihn im sich verändernden Stadtteil wieder stärker zu verankern. Schon immer war der Verein hochintegrativ. Es ist ein offenes Angebot für alle, in jedem Alter, auch für Frauen. Ich habe mich gefragt, wie kriege ich mein Angebot gefüllt und mit Anne darüber gesprochen. Wir gehören ja zum Bezirk Altona – also quasi zu ihr. Zum Zeitpunkt des Projektstarts waren wir noch keine Kollegen. Ich habe mir ihre Nummer also von der HSB-Seite gesucht. Anne hat sich auf ihren Wegen gekümmert. Beim ersten Training im April war einer da. Dann kamen zwei, drei Leute. Dann ging es über die nächsten Wochen sukzessive nach vorn. Jetzt haben wir eine stabile Gruppengröße. Die Ausrüstung kommt von der Altligamannschaft. Von den Fähigkeiten ist alles dabei. Einige spielen zum ersten Mal, andere haben gerade in Syrien schon hoch gespielt.“

Wichtig ist den beiden die gute Kooperation mit „Herzliches Lokstedt“. In sieben Sprachen wird das Angebot über einen Flyer beworben, der die wichtigsten Informationen verständlich aufbereitet. Deutsch, Arabisch, Farsi, Türkisch, Englisch, Französisch und Tigrinisch, das ist die Sprache Eritreas. Viele Kontakte sind zudem durch Mundpropaganda in den Unterkünften entstanden. Der Rest erklärt sich von allein – wenn man auf dem Platz steht.

Timo Hall sagt: „Wir haben jetzt eine Whatsapp-Gruppe und ich informiere vor jedem Training, dass wieder Training ist. Wir begrüßen uns dann auf dem Platz, wer neu ist, stellt sich kurz vor. Wenn jemand nicht kommt, frage ich nach. Ich bekomme den Bedarf dieser Gruppe einszueins gespiegelt – auch in Dingen außerhalb des Sports. Arztbesuche, Behördentermine, Arbeitsplatzsuche: ich versuche, überall zu helfen, wo es geht. Ich habe nicht immer eine Antwort, aber ich kümmere mich drum. Es ist sehr viel Leben in der Gruppe. Für den Start ist es gut, dass sie keine Beiträge zahlen, nicht am Spielbetrieb teilnehmen. Der Verein sieht jetzt schon den Mehrwert, denn aus der Gruppe kommt inzwischen ein Jugendtrainer und ein Jugendbetreuer.“

Anne Otten sagt: „Viele gute Angebote von Vereinen werden wieder eingestampft. Die Engagierten sagen sich, wenn nur zwei, drei Leute kommen, lohnt es sich nicht. Timos Angebot bei Teutonia 10 ist auch deshalb ein Leuchtturm, weil es vereinsintern unterstützt und beworben wird. Man muss aber auch sagen, dass sich nur die wenigsten so engagieren wie Timo.“

Text: HSB/Frank Heike
Foto: HSB/ Frank Molter